Geschichte

Wie alles begann

Joseph Hubertus Pilates war Turner, Taucher, Bodybuilder und Zirkusartist und wurde 1880 in Mönchengladbach bei Düsseldorf geboren. Er war ein schmales, kränkliches Kind, das unter Rachitis, Asthma und reumathischem Fieber litt. Um seine Gesundheit und seinen Körperbau zu verbessern, erarbeitete er ein Trainingsprogramm für sich und probierte dazu allerlei Sportarten aus - unter anderem Boxen, Gymnastik, Skifahren und Selbstverteidigung.

 

Erstes Unterrichten

1912 zog er nach England, wo er als Berufsboxer arbeite und die Beamten von Scotland Yard in Selbstverteidigung trainierte. Als Deutscher wurde er zu Beginn des Ersten Weltkrieges in Großbritannien interniert. In dieser Zeit entwickelte er sein Konzept eines ganzheitlichen Körpertrainings, das zu einer guten Konstitution und Haltung beitragen sollte. Er studierte östliche Trainingsmethoden wie Yoga und Zen-Meditation und unterrichtete seine Mitgefangenen. Die vermehrte Integration von diesen fernöstlichen Methoden führte ihn zur Erkenntnis, dass Körper und Geist eine Einheit bilden müssen und eine wirksame Trainingsmethode nur dann möglich ist, wenn sie beides gleichzeitig fordert und fördert.  

 

Tanzstudios in New York

Nach dem Kriegsende kehrte Pilates nach Deutschland zurück, um Hamburger Militärpolizisten Selbstverteidigung beizubringen. Als er jedoch das Angebot erhielt, für die Reichswehr zu arbeiten, lehnte er ab und wanderte 1923 nach Amerika aus. In New York lernte Pilates seine spätere Frau Clara kennen. Gemeinsam eröffneten sie mehrere Tanzstudios. Seine besondere Gabe, Tänzer mit Rücken- und Beinverletzungen zu rehabilitieren und ihnen damit zurück zur Bühne zu verhelfen, verliehen ihm bald einen ausgezeichneten Ruf als Trainer. Und nachdem er auch die Tänzerinnen des New York City Balletts trainierte, wurde er in ganz Amerika bekannt. Er trainierte mit ihnen mit einfachen Hilfsmitteln und kreierte den ersten Prototyp eines Reformers - ein revolutionäres Trainingsgerät zu dieser Zeit.

 

Eigensinnig als Mensch

Joseph Hubertus Pilates war eher besitzergreifend, behielt gerne die Kontrolle und hat deshalb nur wenige Menschen in seiner Methode ausgebildet, damit diese Pilates weitervermitteln konnten. In seinem Studio war Joseph der einzige Masterinstruktor: unwillig, jemand anderen zu involvieren oder mehr Informationen als nötig Preis zu geben. Trotzdem hat sich seine Lehre durchgesetzt. Pilates starb 1967 im Alter von 84 Jahren durch einen Unfall in seinem Studio. Das Gebäude stand plötzlich in Flammen. Bei seinem Versuch, einige seiner Gerätschaften zu retten, fiel der Boden ein. Joseph starb an einer Rauchvergiftung.

 

Weiterführung des Pilates

Clara Pilates und Hannah Sakmurda, eine langjährige Assistentin von Pilates, haben nach seinem Tod das Studio weitergeführt. 1972 hat Romana Kryzanowska die Führung übernommen. Joseph Hubertus Pilates hat die Nachfolge und die Weiterführung seiner Lehre zwar nie schriftlich geregelt. Für das Fortleben seiner Ideen sorgten jedoch Schüler, die eigene Studios eröffneten und die Methode weiterentwickelten. So findet man heute auf der ganzen Welt Pilatesstudios.

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